Veranstaltungsablauf

Nachdem im Vorfeld alles Wichtige geklärt wurde, freuen wir uns auf den Einsatz an Ihrer Schule. Die Lehrkräfte nehmen in der Regel nicht an den Veranstaltungen teil, um den Schüler*innen die Gelegenheit zu geben, wirklich alle ihre Fragen zu stellen und einen bewertungsfreien Raum zu schaffen. Neben den Teamer*innen sind gelegentlich Hospitierende anwesend, die ebenfalls ehrenamtliche Mitarbeitende werden wollen und durch die Hospitation auf ihre Einsätze als Teamer*innen vorbereitet werden.

 

Beginn

Damit beide Seiten sich kennenlernen können, beginnt das Treffen nach der Begrüßung mit einer kurzen Vorstellungsrunde. Schüler*innen stellen sich beispielsweise kurz mit Namen, Alter und Hobbys vor und berichten, was sie bereits über die Themen Homo-, Trans*- und Bisexualtität wissen. So ist ein Einstieg geschafft und unser Team bekommt einen ersten Eindruck, auf welchem Stand die Klassen in ihrem Wissen über das Thema sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität ist. Je nachdem, welchen methodischen Zugang das Team wählt, wird bereits am Anfang ein Statement zur sexuellen und geschlechtlichen Identität der jeweiligen Teamer*innen gegeben. Das Team kann dies aber auch erst im Verlauf des Workshops thematisieren, um bewusst mit Vorurteilen in Anlehnung an die Fragen „Was glaubt ihr, wer bin ich und warum? Wie ändert das eure Wahrnehmung von mir?“ zu arbeiten.

 

Gemeinsame Regeln

Für den Zeitraum der Veranstaltung werden klare Regeln aufgestellt um den Rahmen abzustecken und die Teilnehmenden, sowohl die Schüler*innen als auch das SCHLAU-Team, zu schützen und einen respektvollen Austausch zu ermöglichen. Zu den Regeln zählen:

  • Alles bleibt im Raum (die Teamer*innen werden mit keiner Lehrkraft oder Schüler*innen außerhalb der Klasse über die Äußerungen der Teilnehmenden reden)
  • Alles darf gesagt werden, nichts muss
  • Es gibt keine Noten
  • Jede/r spricht für sich, dass heißt, es gibt keine Verallgemeinerungen
  • Die Regeln können von Schüler*innen erweitert werden

 

Natürlich herrschen auch die allgemeinen Gesprächsregeln, sodass allen Schüler*innen die Möglichkeit gegeben wird, sich zu beteiligen und ihre Meinung  zu äußern.

 

Arbeiten mit Methoden

Das SCHLAU-Netzwerk hat im Laufe der Jahre ein großes Methodenrepertoire erarbeitet, mit dem die Teamer*innen die Schulklassen dazu anregen, die Themen Homo-, Trans*- und Bisexualität zu erarbeiten, zu diskutieren und zu reflektieren. Die Methoden werden so zusammengestellt, dass sie zu der Schulklasse passen: Falls im Vorgespräch deutlich wird, dass bestimmte Themen, wie z.B. Klischees, Homophobie in der Klasse oder Fragen zum Outing bei der Klasse im Vordergrund stehen, kann hier ein methodischer Schwerpunkt gesetzt werden. Dabei werden die Workshops stets prozessorientiert gestaltet. Auch nach dem ersten Kennenlernen ist das SCHLAU-Team durch das breite Repertoire an Methoden flexibel und kann spontan auf Anliegen der Schüler*innen und den Verlauf der Veranstaltung reagieren. Die Wahl der Methoden hängt aber auch vom Alter der Schüler*innen und deren Fragen und Diskussionsschwerpunkten ab.

Den Einstieg machen häufig Methoden zur Klärung von Begriffen, um alle auf einen gemeinsamen Wissensstand zu bringen: Was sind Homo-, Trans*- und Bisexualität? Was ist das innere, was das äußere Coming Out?  Was versteht man unter einer Regenbogenfamilie? Nach den Einstiegsmethoden soll es im Anschluss darum gehen zu zeigen, wie vielen Facetten die Themen sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität mit sich bringen und einzelne Themenkomplexe (z.B. Sprachgebrauch, Stereotypen, Menschenrechte) zu vertiefen. Zentral bei den Workshops ist dabei die biographische Einheit. Im Kölner SCHLAU-Team arbeiten Ehrenamtliche, die selbst homo-, trans*-, bi- oder heterosexuell sind und sich in ihrem eigenen Leben mit Homo-, Trans*- Bi- oder Heterosexualität auseinandergesetzt haben und nun durch den Austausch mit den Schüler*innen über ihre eigenen Erfahrungen zur Aufklärung beitragen möchten. Die eigene Biographie, eigene Erfahrungen und die eigene Lebensweise können den Schüler*innen einen wichtigen Einblick geben und sind häufig eindrucksvoller, als theoretische Wissensvermittlung. Ziel der biographischen Methode ist es auch zu zeigen, dass lesbische, schwule, trans* und bisexuelle Menschen sich untereinander genauso unterscheiden wie heterosexuelle Menschen. Die Schüler*innen bekommen dabei die Möglichkeit, direkt oder anonym Fragen zu stellen. Für die biographische Methode kann die gesamte Klasse zusammenbleiben oder, je nach Gruppengröße und Bedarf, geteilt werden. Manchmal bietet sich die Trennung von Jungen und Mädchen an weil die Schüler*innen sich dann freier fühlen, bestimmte Fragen zu stellen.

Bei allen Methoden geht es darum, die Schüler*innen aktiv in den Diskurs mit einzubeziehen und die Möglichkeit anzubieten, Wissen und eigene Haltung zu reflektieren. Die Atmosphäre wird durch die einzelnen Methoden immer wieder aufgelockert und bindet die Schüler*innen aktiv in den Workshop mit ein. Wir halten keine Vorträge, sondern animieren zum eigenständigen denken und diskutieren. Zentral ist, die Schüler*innen nicht zu überfordern, sondern anzuregen und einen Grenzen achtenden Umgang miteinander zu haben.

 

Abschluss

Der Abschluss einer SCHLAU-Veranstaltung ist das gemeinsame Feedback. Die Schüler*innen können zurückmelden was sie gut oder schlecht fanden, was sie gelernt haben, was sie sich anders gewünscht hätten und verbessern würden. Die Teamer*innen nutzen ebenfalls die Möglichkeit und geben der Gruppe eine kurze Rückmeldung.